Private Krankenversicherung
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Was bringen Versicherungsvergleich und Versicherungsratings?

Versicherungsvergleiche und Versicherungsratings waren vor nicht allzu langer Zeit in der Krankenversicherungswirtschaft völlig unbekannt. Damals vertraute man seinem Berater, der in der Regel ausschließlich nur ein Unternehmen vertreten hat. Ein persönlicher Draht zum Vertreter - meist aus der Nachbarschaft kommend- galt bei allen Versicherungsprodukten als wichtiger, als ein kritischer Vergleich unter den Anbietern. Früher sind die Kunden davon ausgegangen, dass die verschiedenen Versicherer sich nur geringfügig unterscheiden würden.

Ende der 80er entwickelte sich jedoch ein Bewusstsein dafür, das Preis/Leistungsverhältnis der Gesellschaften zu überprüfen und zu vergleichen. Die Medien erkannten den Trend und jede Finanz und Wirtschaftszeitschrift lieferte einen Vergleich und konnten damit die Auflage erheblich steigern.

Die Seriösität dieser Vergleiche galt und gilt auch heute noch als zweifelhaft. So stellten die Ratings in den Anfängen der Vergleiche ausschließlich das Preisleistungsverhältnis in den Vordergrund. Nachdem die Erstplatzierten also die günstigsten Gesellschaften schon nach kurzer Zeit mit hohen Beitragsanpassungen aufwarteten wurde deutlich, dass die Stabilität der Beiträge mindestens von gleicher Wichtigkeit ist. Mit dem Test vom manager magazin (1995) und den hierzu zugrundegelegten MAP-Report wurden erstmals die Unternehmenskennziffern betrachtet und bewertet. Kapitalreserve, Kapitalertrag und Rückstellungen spielten plötzlich eine übergeordnete Rolle. Plötzlich waren solide und seriöse Unternehmen, die nicht eine starke Kapitaldichte hatte unter "mangelhaft" eingruppiert. Weitere Tests hatten beide Kriterien miteinander vermischt und kamen wiederum zu anderen Ergebnissen. Je nach Wahl der Bewertungskriterien und deren Gewichtung ergaben die Rankings unterschiedliche Ergebnisse. Die Tester wurden zunehmend der fehlenden Objektivität und des Lobbyismus beschuldigt, zumal oft große Makler die Vergleiche für die Verlage erstellten. Diese wiederum verfolgten durch Kooperationen mit bestimmten Versicherer andere Ziele.

Letztendlich sind aber Vergleich einer der wenigen Möglichkeiten den richtigen Versicherer zu selektieren. Man sollte sich aber vor Rankings hüten, die von einem besten, zweitbesten oder drittbesten Versicherer sprechen. Je nach Leistungsumfang, Geschlecht, Altersgruppe, Tarifauswahl und Risikopolitik verändern sich die Platzierungen. Auch lassen sich die verschiedensten Kennzahlen mit entsprechenden Hintergrundinformation oft anders deuten.

Ein Test dient aus diesem Grunde weniger dafür den bester Versicherer herauszufiltern, sie können aber so manch Negativmerkmale einiger Anbieter erkennen. Am besten fährt man mit der Methode, durch das Zugrundelegen verschiedener Vergleiche, Gesellschaften durch Clusterbildung zu finden, die häufig im oberen Drittel genannt werden.


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