Wie stellt sich der Beitragvergleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung bei Familie auf die Dauer der Versicherungszeit dar?
Die verschiedenen Familienkonstellationen
haben unterschiedliche versicherungstechnische Konsequenzen, die eine
fundierte Berechnung erschweren, insbesondere dann wenn hypothetisch eine
zukünftige Familiensituation vorhergesagt werden muß. Aus diesem Grunde
kann ein Verlauf i.d.R. nur vorhergesagt werden, wenn die konkrete
Familiensituation bekannt ist. Alle anderen Berechnungen basierten auf
Annahmen. Um aber in etwa eine Vorstellung, für die Beitragsbelastung im
Rahmen einer Familie zu bekommen, können Modellrechnungen angewendet
werden. Bei der folgenden Betrachtung wird der Beitragsverlauf der
gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung auf die Dauer des
Vertrages gegenübergestellt. Im Mittelpunkt steht eine klassische Familie,
mit zwei Kindern, bei der die Ehefrau zum späteren Zeitpunkt, in diesem
Fall 10 Jahre nach Geburt des ersten Kindes, wieder beruftstätig wird. Die
Kinder werden im Alter von 20 Jahren selbst versichert sein. Es stellt sich
ein Verlauf dar, der in verschiedenen Phasen jeweils einen separaten Beitrag
errechnet. Die Grafik zeigt, dass trotz phasenweiser Mehrbelastung die
Private im gesamten wesentlich günstiger verläuft.
BILD
Die Grafik verdeutlicht die einzelnen
Sprünge bei Änderung des Status. Bei Geburt des ersten Kindes muß ein
Kind zusätzlich versichert werden, die Frau bleibt 36 Monate beitragsfrei
im Erziehungsurlaub in der gesetzlichen weiterversichert, beim zweiten Kind
wiederholt sich der Prozeß. Nach 36 Monaten endet der Erziehungsurlaub und
die Frau muß mitversichert werden. Zum späteren Zeitpunkt fällt sie aber
wiederum aus der Privaten heraus, da sie wieder berufstätig wird und selbst
versichert ist. Nach 20 Jahren sind die Kinder jeweils selbst versichert.
Diese Grafik verdeutlicht die kontroverse Diskussion. Während der
Mitversicherung aller Personen in dem vorliegenden Scenario steigt der
Beitrag über dem Satz der Gesetzlichen. Diese Mehrkosten werden aber um ein
Vielfaches durch die Ersparnisse vor und nach der Mitversicherung aller
Mitglieder ausgeglichen. Wer langfristig kalkuliert und wessen Familie der
in dem vorliegenden Fall ähnelt, der fährt mit der privaten
Krankenversicherung besser, zumal es in heutiger Zeit eher wahrscheinlicher
ist, dass die Ehefrauen nach dem Erziehungsurlaubes i.d.R. weiter
berufstätig (z.B. Teilzeit) bleiben.