Sind jüngere Unternehmen besser?
Unter dem Motto "Young is beautiful"
werben viele junge und neue Versicherer damit, noch wenig alte Versicherte
zu besitzen und damit keine kostenintensive Versichertenstrukturen zu haben,
die sich in günstige Beiträge wiederspielgeln.
Das klingt zwar auf dem erstem Blick
logisch und wird auf oft als Marketinginstrument genutzt, doch lässt sich
diese These nur mit wenigen Argumenten widerlegen.
Zum einen gibt es bei den privaten
Krankenversicherer keinen interpersonellen Ausgleich, d.h. die Altergruppen
werden strikt getrennt, so dass ein Ausgleich zwischen jung und alt ohnehin
nicht stattfindet.
Zum anderen stellt man in der Praxis
häufig fest, dass junge Gesellschaften bzw. junge Tarife keine strenge
Risikoauslese betreiben, da das erste Ziel Wachstum ist. Diese
"schlechten" Risiken wirken sich schon nach wenigen Jahren mit
ungünstigen Risikostrukturen und damit höheren Beiträgen aus.
Zudem gilt, dass die Überzinsergebnisse
der gesamten Versicherungsgemeinschaft zugute kommt. D.h., dass von den
Zinserträge der Altersrückstellungen, die von Altversicherten angesammelt
wurden -und das sind nicht unerhebliche Summen-, auch das junge Mitglied
partizipiert, also große Altbestände und damit hohe Kapitalanlagen allen
nützt.
Letztendlich ist eher von jungen
Gesellschaften abzuraten, weil durch die ungewisse Zukunft eine langfristige
Bindung zum Risiko wird. Bester Beweis sind die Beitragssteigerungen -
insbesondere in den ersten Jahren - von neugegründeten
Versicherungsunternehmen.