In der Größe liegt die Kraft! Trifft das auch bei privaten Krankenversicherer zu?
Aus betriebswirtschaftlichen und
versicherungstechnischen Aspekten ist Größe in der Theorie ein positives
Unterscheidungsmerkmal. Der Betriebswirt sieht bei großen Unternehmen die
Kostendegressionseffekte, die ein kleines Unternehmen nicht haben kann.
Diese werden aber durch Trägheit in langwierigen Entscheidungsprozessen oft
wieder aufgehoben, so dass pauschal von einem Vorteil nicht gesprochen
werden kann.
Betrachtet man Verwaltungskostenquote aller
Gesellschaften, so kann man keinen größenspezifischen Vorteil erkennen. Es
gibt sowohl große Unternehmen als auch keine Unternehmen die kostengünstig
agieren, auch existieren sowohl prämienstarke als auch beitragsarme
Krankenversicherer, die eine überdurchschnittlich hohe
Verwaltungskostenquoten besitzen.
Aus versicherungstechnischer Sicht gehört
die Risikostreuung zu den Hauptargumenten großer Versicherer. Wenige
Großschäden durch kostenintensiven Krankheiten werden durch eine breite
Masse von Versicherten mitgetragen. Aber auch hier kann nicht von einem
entscheidenden Vorteil gesprochen werden, da Gesellschaften, die über 300
Mio. DM Prämien p.a. einnehmen, eine bei ausgeglichen Altersstrukturen
schon ausreichende Streuung besitzen.
Relevant hingegen wird jedoch ein Vorteil
großer Versicherer im Rahmen der Kapitalanlagen. Durch den Ertrag auf dem
Überzinsergebnis sind bereits im hohen Maße gebildete
Altersrückstellungen ein Garant für ausreichende Überschüsse, die in
Form von hohen Beitragsrückerstattungen, Beitragslimitierungen im Alter
oder günstige Beiträge an den Kunden weitergegeben werden. Ein Indiz ist
hierfür die Tatsache, dass junge und auch kleine Versicherer wenig
Beitragsrückerstattungen auszahlen.